US-Chef von Shell sieht Benzinpreis bei $5 pro Gallone

Die US-Benzinpreise, die landesweit im Durchschnitt bei $3,93 pro Gallone notieren, koennten im Laufe dieses Jahres auf $4,50 bis $5,00 nach oben schiessen, wie Marvin Odum, CEO der US-Sparte des Oelkonzerns Royal Dutch Shell mitteilte. Sollte diese Marke tatsaechlich erreicht werden, koenne es danach jedoch schnell zu einer rasanten Talfahrt der Benzinpreise kommen, was davon abhaengen werde, wie schnell die Welt die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und andere Nachfragefaktoren zu loesen imstande sei.

Wenn man sich ausmale, was in den kommenden Monaten rund um den Globus geschehen koennte, muesse man ein Ueberschiessen der internationalen Rohoelpreise in seine Planungen mit einkalkulieren, wie Odum gegenueber cnbc.com erklaerte. In diesem Zuge seien Benzinpreise von $4,50 bis $5,00 pro Gallone in den Vereinigten Staaten keinesfalls auszuschliessen. Es werde immer schwieriger, die Entwicklung der Oelpreise zu prognostizieren, da die Preisfindung des schwarzen Goldes nahezu komplett von der geopolitischen Lage abhaengig sei. Sollten die geopolitischen Spannungen irgendwann nachlassen, koennte es allerdings genauso schnell zu einem deutlichen Ruecksetzer der Oelpreise an den globalen Maerkten kommen.

Die Benzinpreise klettern in den USA seit Wochen auf immer neue Hochs, da die politische Lage im Nahen und Mittleren Osten zu Befuerchtungen vor Versorgungsengpaessen unter den Investoren fuehren. Hinzu kommt, dass die amerikanische Feriensaison im Fruehjahr und Sommer die Nachfrage nach Benzin ansteigen laesst, wodurch die Preise weiter zulegen duerften. Die Entwicklung im Nahen und Mittleren Osten sei laut Odum ausser Kontrolle der westlichen Regierungen geraten, so dass es in den kommenden Jahren sehr wahrscheinlich zu einer Ausweitung der Oelbohraktivitaeten in den USA kommen wird. In den Vereinigten Staaten muesse sich die Politik die Frage stellen, wie das Land in der Zukunft selbst mehr Oel foerdern koenne, um die zukuenftige Angebotslage zu entspannen.

Mehr als zwei Drittel aller Amerikaner stimmen laut einer juengst durch Reuters/Ipsos publizierten Umfrage nicht damit ueberein, auf welche Weise Praesident Barack Obama die rasant steigenden Oel- und Benzinpreise zu bekaempfen gedenkt. Die Befragten erklaerten mehrheitlich, dass Obama nicht genug unternehme, um die Situation an den Oelmaerkten unter Kontrolle zu bekommen. Die Amerikaner seien mehrheitlich entsetzt ueber die rasant steigenden Preise an der Zapfsaeule und der allgemeine Frust steige mit jedem Cent mehr. Die meisten Buerger des Landes sind von der Nutzung ihrer Fahrzeuge abhaengig, da das oeffentliche Verkehrsnetz in den meisten Metropolen – geschweige denn in laendlichen Gebieten – kaum oder nur unzureichend ausgebaut ist.